Wirtschaftsuniversität Wien

Mein Praktikum bei der Frauenrechtsorganisation FOWODE in Uganda

 

Autorin: Alice Uhl

Mein Praktikum in Kampala neigt sich dem Ende zu und ich nutze die Gelegenheit um einen Rückblick auf meine Zeit in Uganda zu werfen. Ich habe in der Frauenrechtsorganisation FOWODE – Forum for Women in Democracy gearbeitet. Mein Praktikum adressiert daher direkt SDG 5 – Geschlechtergleichheit.

Die ersten Wochen im Büro von FOWODE – Forum for Women in Democracy habe ich genutzt um die Frauenbewegung in Uganda besser zu verstehen und zu lernen wie meine Organisation arbeitet. Speziell war ich für das Programm „Women and Leadership“ zuständig. Da Frauen ökonomisch abhängig von ihren Männern sind und finanziell auf sie angewiesen sind, versucht FOWODE Frauen durch Trainings zu bekräftigen selbstständig ihr eigenes kleines Geschäft zu eröffnen. Das größte Event innerhalb dieses Programms ist das „Girls Camp“. Bei dem einwöchigen Camp werden jungen Frauen verschiedene Vorträge zu den Themen Weiterbildung und Karriere angeboten. Zusätzlich werden Workshops angeboten, in denen die Frauen erfahren, worauf es im Lebenslauf ankommt und wie sie es schaffen können in Führungspositionen zu gelangen. Das Camp findet in meiner letzten Arbeitswoche statt und ich bin sehr froh darüber, dass ich auch daran teilnehmen darf.

Ein großes Problem mit dem sich meine Organisation beschäftigt, ist Menstrual Hygiene Management. Da Menstruation leider immer noch ein großes Tabu ist und darüber nicht informiert wird, schämen sich junge Mädchen so sehr, dass sie während ihrer Menstruation nicht in die Schule gehen. Insgesamt verpassen Mädchen bis zu 20% ihrer Schulzeit aufgrund dessen. Durch die vielen Fehlstunden fällt es den Mädchen schwer in der Schule mitzuhalten und viele brechen daher vorzeitig die Schule ab. Mit der Kampagne #keepagirlinschool will FOWODE dagegen kämpfen und Beratung anbieten. Am International Youth Day haben verschiedene lokale NGOs einen Marathon an der Markerere University organisiert und wir haben die Gelegenheit genutzt um die anwesenden Leute über Menstrual Hygiene Management zu informieren. Wir haben öffentliche Diskussionen angeboten um einen offenen Raum für Fragen zu schaffen. Die Veranstaltung war sehr erfolgreich und wir haben es geschafft den Leuten das Thema nahezubringen

 

Informationsstand am International Youth Day

Natürlich darf der Spaß auch nicht zu kurz zu kommen und ich genieße in meiner Freizeit das Stadtleben in Kampala. Meine Wochenenden nutze ich zum Reisen. So konnte ich bereits Nairobi und Kigali erkunden. In meinem einwöchigen Urlaub habe ich bei einem Roadtrip die wunderschöne Natur Ugandas kennengelernt und mich direkt in das Land verliebt. Leider geht mein Aufenthalt hier schon dem Ende zu und an meinem letzten Wochenende in Uganda fahre ich mit den anderen PraktikantInnen zu dem Festival „Nyge Nyge“ in Jinja.

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Schöner Start in Nicaragua! Selin, Riccarda und Alexander berichten

AutorInnen: Riccarda Sutter, Alexander Furtner und Selin Baran

Einblicke in die Arbeit in Nicaragua

In unseren ersten Wochen im Regionalbüro von Horizont3000 in Nicaragua bekamen wir vielfältige Einblicke in die Arbeit mit den lokalen NGOs. Sowohl bei Finanzierungsprojekten, als auch bei der technischen Assistenz durften wir den Profis über die Schulter schauen.

Als Erstes begleiteten wir einen Evaluationsbesuch bei der Asociación Proyecto Mujer Mary Barreda in León. Bei dem Finanzierungsprojekt stehen das SDG 5 (Geschlechtergleichheit) und das SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) im Fokus. Speziell sollen Kinder und Jugendliche im gegenseitigen Austausch ihre Rechte und ein Bewusstsein für Umweltschutz vermittelt bekommen und vermitteln. Besonders spannend war es die Auswirkungen des Projekts auf die Teilnehmer*innen zu sehen. Die Kinder wurden zu Beginn und am Ende gebeten Selbstdarstellungen zu zeichnen. Letztere zeigten mehr Farben, mehr Beschäftigung, Bewegung und mehr Gemeinschaft. Es war schön zu sehen wie die Kinder selbst die durch das Projekt geschaffenen Perspektiven wahrnehmen.

Wir durften das Horizont3000-Team auch in den Norden des Landes nach Estelí zum  Monitoring eines EU-Projektes bei der Fundación entre Mujeres (FEM) begleiten. Im Zuge dieses Projektes werden verschiedenste Workshops für Kleinbäuerinnen abgehalten, zum Beispiel zur Administration eines kleinen Unternehmens oder zur Diversifizierung von Imkereiprodukten. Mit diesen und anderen Angeboten trägt FEM zur Erreichung des SDG 1 (keine Armut) und SDG 2 (kein Hunger) maßgeblich bei. Wir hatten dann noch die Möglichkeit eine der 21 involvierten Gemeinden zu besuchen. Dort besichtigten wir das Gemeinschaftszentrum mit zugehörigem Garten und Saatgutbank inklusive einer eigens konstruierten Vorrichtung zum Trocknen der Samen.

Dann erwartete uns ein Tag mit dem Technical Advisor Johann Mandlberger, der mit dem Netzwerk Reservas Silvestres zusammenarbeitet. Gemeinsam mit ihm besuchten wir das private Naturreservat Estancia del Congo. Dort erfuhren wir aus erster Hand wie sich Imkerei, Viehzucht, ein artenreiches Naturreservat und ein Zufluchtsort für Mantelbrüllaffen perfekt ergänzen. Nach der Führung durch die verschiedenen Stationen konnten wir unsere eigenen Vorschläge im gemeinsamen Brainstorming einbringen.

In unserer zweiten Woche nahm uns das Horizont3000-Team mit nach Waslala zur URACCAN (Universidad de las Regiones Autónomas de la Costa Caribe Nicaragüense). Dort besuchten wir ein Projekt, das  Jugendlichen aus dem Umkreis von Waslala die Möglichkeit bietet sich innovative Landwirtschaftspraktiken anzueignen, die für mehr Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit sorgen sollen. Dabei spielen strategische Allianzen, die ein Netzwerk für die Jungbäuerinnen und Jungbauern ermöglichen, eine wesentliche Rolle. Im Zusammenhang mit dem Projekt stehen das SDG 4 (hochwertige Bildung) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) im Vordergrund. Das Ziel ist es durch effizientere Techniken und erhöhte Produktivität in der Produktion von Kakao und Kaffee die Landflucht zu reduzieren. Aktuell werden 40 Gemeinschaften vom Projekt betreut.

Der letzte Tag in Waslala endete mit einem Besuch in der Lehranstalt für Kaffeeanbau, wo uns die jungen Produzent*innen von den Veränderungen in ihrer Finca berichteten. Der Großteil der Anwesenden arbeitet am Grundstück ihrer Eltern. Für viele der Jungbäuerinnen und Jungbauern ist das Zukunftsziel eines Tages ihre eigene profitable Finca zu besitzen.

(Wir wünschen ihnen auf diesem Weg viel Erfolg und alles Gute!)

Zu guter Letzt führte uns die Einschulungsphase nach Rosita, wo wir der Evaluation eines Projektes mit FADCANIC (Fundación para la Autonomía y el Desarrollo de la Costa Atlántica de Nicaragua) beiwohnten. Die NGO unterstützt die Entwicklung der Atlantikküste in unterschiedlichen Bereichen, von Bildung bis zu nachhaltiger Wasserversorgung. Das von uns besuchte Projekt arbeitet mit indigenen Gemeinschaften daran ihnen den Wasserzugang zu erleichtern. Die dem SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen) zugeschriebene Initiative koordiniert, gemeinsam mit lokalen Komitees, Workshops und stellt Ausrüstung zur Aufbereitung von Wasser zur Verfügung. Dem noch nicht genug verkosteten wir Produkte des lokalen Bauernmarktes, welcher ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt der Vergangenheit in Kooperation mit Horizont3000 ist.

Mit diesen Erfahrungen sind wir bereit in die zweite Phase des Praktikums zu starten.

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