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SDG-Intern Vanessa berichtet von ihrem Internship bei ERI, Uganda

 

Klimawandel und SDGS in Uganda

 

von Vanessa Scheungraber

 

Im Juni 2019 hieß es nach einwöchigem Vorbereitungskurs: auf nach Kampala, um 3 Monate im HORIZONT3000 Regionalbüro East Africa im ERI-Projekt mitzuwirken.

Was ist ERI fragt ihr euch? Enabling Rural Innovation versucht FarmerInnen-Gruppen die Fähigkeiten zu geben ihren Lebensunterhalt optimal zu gestalten und zwar nach dem Motto „Farmers in the driving seat“ – selbstständig und selbstbestimmt. Das Projekt trägt somit zum SDG Ziel 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ bei (jedoch nicht nur, viele der anderen der 17 Nachhaltigkeitsziele werden ebenso angesprochen).

Die verschiedenen Module des ERI-Programms beinhalten neben nachhaltiger Landwirtschaft unter anderem auch Marktforschung, Savings und Credits, wie auch Ernährung und Hygiene. In Uganda und Tansania gibt es insgesamt 4 Partnerorganisationen, die unter HORIZONT3000 mit FarmerInnen-Gruppen im Rahmen des ERI-Projekts arbeiten. HORIZONT3000 übernimmt hierbei das Monitoring und die Evaluierung, sowie die Kommunikation mit dem HORIZONT3000-Büro in Wien. Ich habe in den 3 Monaten den Programmmanager unterstützt und viele Reports der Partnerorganisationen gelesen. Und es zeigt sich deutlich: Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Uganda haben zunehmend mit veränderten klimatischen Verhältnissen zu kämpfen. So haben im Jahr 2019 die Regenfälle im Februar eingesetzt und es wurde wie gewohnt ausgesät. Eine darauffolgende ungewöhnliche Dürre ließ jedoch alles Gepflanzte vertrocknen. Besonders tragisch, da eben oft diese Kleinbauern und Kleinbäuerinnen Subsistenzlandwirtschaft betreiben, oft ohne Ersparnisse, um solche Rückschläge gut zu verkraften. Hier unterstützen sich die Gruppenmitglieder durch Gruppenersparnisse und – Kredite, die sie im Rahmen des ERI-Programms anlegen.

Es waren sehr erkenntnisreiche drei Monate für mich, auch in dem Sinn, dass die SDGs nichts Konkretes für mich waren. Und in Wirklichkeit sind diese 17 Nachhaltigkeitsziele auch gar nicht präsent im Alltag der Menschen – genauso wenig wie bei uns. Sie dienen vor allem Organisationen dazu einer bestimmten, hoffentlich nachhaltigen Richtung zu folgen.

Und es sind nicht nur Organisationen aus dem globalen Norden, die dazu beitragen das Leben in Kampala und Uganda zu verbessern. Ich durfte die Organisation AFIRD (Agency for Integrated Rural Development) besuchen, die seit den 1990er Jahren ungenutzte Flächen auf Schulen in Gärten umgestaltet und nebenbei LehrerInnen und SchülerInnen nachhaltige Landwirtschaft beibringt – Fähigkeiten, die sie später im Leben nutzen können, um einen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. So trägt AFIRD ganz nebenbei dazu bei, das Symptom der Landflucht zu bekämpfen. Denn oft suchen junge Menschen ihr Glück in der Stadt, in der Hoffnung dort ein besseres Leben führen zu können. Häufig ist das aber ein Trugschluss – viele verdienen ihren Lebensunterhalt dann damit als BodaBoda-Fahrer zu arbeiten – ein oftmals nicht ungefährlicher und wenig lukrativer Job (BodaBodas sind Motoradtaxis – essenziell, um in Kampala während der Rushhour voranzukommen). Neben den vielen alten Autos, die aus dem globalen Norden importiert werden, tragen auch die vielen BodaBodas zu der schlechten Luftqualität in Kampala bei. Und genau da versucht ein junges Start-up eine Veränderung zu bewirken. Das „Bodawerk“ baut BodaBodas in elektrisch betriebene BodaBodas um und verleiht die dafür benötigten Batterien an verschiedenen Stellen in der Stadt. Das kostet BodaBoda-Fahrer weniger als das Benzin und trägt nebenbei zu einer verbesserten Luftqualität bei. Das Bodawerk wurde von einem Deutschen, einem Deutsch-Ugander und einem Ugander gegründet und zeigt wie auch abseits von europäischen und amerikanischen Entwicklungsorganisationen innovative und nachhaltige Entwicklung passieren kann.

Die SDGs bleiben für mich auch nach dem Praktikum ein wenig greifbares Konstrukt, das allerdings definitiv von Staaten als Orientierung für die eigene Entwicklung genutzt werden sollte – und das nicht nur im Globalen Süden.

 

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YouthSpeakForum 2020

Um das Verständnis über die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen zu verstärken, organisiert AIESEC in Österreich zum sechsten Mal das YouthSpeakForum. Am 23. April 2020 wird Jugendlichen in der Diplomatischen Akademie Wien erneut die Chance geboten in Kooperation mit externen Partnern, wie etwa Teach for Austria,  Smart City Agency, Wien Energie oder dem Student Innovation Centre sic! einen ganzen Tag lang (von 9-19 Uhr) gemeinsam an Lösungen zu aktuellen  Problemen zu arbeiten. Die Teilnahme ist kostenlos und unabhängig von Alter oder Studienrichtung kann jeder teilnehmen, wer sich unter dem Link http://go.aiesec.at/joinysf2020 für das Event registriert!

 

Durch eine freigestaltbare Agenda, kann jede/r TeilnehmerIn frei entscheiden, ob er/sie an Workshops, Keynotes, Panel Diskussionen oder Networkingspaces teilhaben möchten, um am Ende des Tages offiziell zertifiziert zu werden. Der Fokus liegt ganz darauf sich mit ExpertInnen im Bereich Nachhaltigkeit auszutauschen, neue Entwicklungen zu diskutieren und in deren alltägliche Aktivitäten Einblick zu gewinnen. Durch den interaktiven Zugang des Events, wird jungen Menschen Gehör und die Möglichkeit geboten, ihre Soft und Hard Skills auszubilden und dabei Kontakte für ihre professionelle Zukunft zu knüpfen.

 

Um möglichst diverse Fokusse zu bieten, werden unterschiedliche Thematiken von Menschenrechten, zum Klimawandel und Unternehmertum. Mehr detaillierte Informationen, zum genauen Ablauf und Einblicken aus den letzten Jahren gibt es auf http://go.aiesec.at/ysf2020.

 

#YouthSpeakForum2020
#ichooseaction

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Info-Veranstaltungen 2019

Termine der Infoveranstaltungen an den Partneruniversitäten

 

Wirtschaftsuniversität Wien: Do 31.Oktober 2019, 17-18 Uhr, Ort: WU Hörsaal (TC.3.01 )
Universität für Bodenkultur Wien: Di 26. November 2019, Internationale Tage und kurzer Vortrag von 12:15-12:25, Ort: Schwackhöferhaus
Technische Universität Wien: Mo 25. November 2019, 18-20 Uhr , Ort: TU Wien, Karlsplatz 13 (HS 14A )
Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien: Mi 30. Oktober 2019, 17 Uhr (Ort: Seminarraum IE, Institut für Afrikawissenschaften, Spitalgasse 2, Hof 5, 1090 Wien)
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United Women Can! Teresa erzählt von ihrem Praktikum bei UWONET

Autorin: Teresa Engelhart

United Women Can!

Die Abreise rückt immer näher und lässt mich über meine Zeit bei UWONET (Uganda Women’s Network) reflektieren. Ich bin als Praktikantin im Department Knowledge Management, Voice and Accountability und meine KollegInnen ermöglichen mir viele Einblicke in unsere Arbeit:

Vieles dreht sich um Policy Dialogue und Advocacy auf nationalem sowie auf District-Level, die Organisation ist ziemlich auf Zack und die Projekte sprechen vor allem SDG Goal 5 – Gender Equality und Goal 16 – Peace, Justice and Strong Institutions an. UWONET möchte vor allem das Netzwerk an Frauenorganisationen stärken um gemeinsam eine laute Stimme im Kampf für Gleichberechtigung der Geschlechter zu sein.

Ich begleitete mein Team zu Meetings mit Members of Parliament und Judiciary Officers, wo für die Notwendigkeit der Implementierung von gender-sensitiven Gesetzen plädiert wurde. Uganda zählt zu einem der Länder mit den gendersensibelsten Gesetzen, die sogar in der Verfassung verankert sind. Frauenbewegungen sind stark präsent und aktiv, trotzdem ist die Gesellschaft von patriarchalen Normen und Glaubenssätzen durchwoben. Der Kontrast zwischen Papier und Realität ist enorm.

Vor allem in ländlichen Gebieten sind Frauen und Mädchen am stärksten von geschlechtsspezifischer Gewalt, Armut und Exklusion von Bildungs- und Gesundheitswesen betroffen. Den Statistiken (2018) zufolge besitzen bloß 38% der Frauen, hingegen 73% der Männer Land; Auch die Alphabetisierungsrate zeigt deutliche Gender-Dynamiken: 77% Männer, jedoch nur 65% Frauen können lesen und schreiben. Auch die Verteilung von Care-Work fällt zu Lasten der Frauen und Mädchen. Die Zahlen sprechen für sich und könnten noch weiter demonstrieren, mit der gleichen Message: Die strukturelle Benachteiligung von Frauen und Mädchen durchdringt die Sphären der Gesellschaft.

Hier setzt das Team von UWONET an: Ihre Arbeit umfasst neben den top-down Ansätzen auch, Emanzipation an den Grassroots zu stärken. Die Stimmen sind laut und haben Wiederhall. Es wird auch viel Unterstützungsmaterial in den vielen Landessprachen und in Bildsprache an die Bevölkerung verteilt, um Frauen und Mädchen über ihre Rechte aufzuklären.

Nächste Woche darf ich noch einmal mit auf Field Visit nach Karamoja in den Norden des Landes, die vor lange Zeit von paramilitärischen Rebellengruppen tyrannisiert und abgeschottet wurde. Und ehe ich mich versehe, ist die Zeit meines Internships auch schon wieder vorbei. Die Erfahrungen und die Lessons Learnt bleiben, denn: United Women Can!

 

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Affordable and Clean Energy for Bougainville, Papua-Neuguinea

 

 

 

 

 

 

Autor: Philipp Schaubmayr

SDG7: Affordable And Clean Energy For Bougainville

Die Pazific Insel Bougainville ist seit dem 8-Jährigen Unabhängigkeits-bürgerkrieg („Bougainville Crisis“) von 1989 bis 1997 nun eine autonome Region innerhalb Papua Neuguineas. Nachdem sich das PNG. Gouverment während der Krise zurückzog, ist die Kirche eingesprungen und hat mit allen Anstrengungen versucht öffentliche Institutionen weiterzuführen.
Noch heute sind 72% der Schulen mit insgesamt ca. 21000 Schülern in kirchlicher Hand. Die Kirche unterhält auch 15 Health Centers und sichert somit die medizinische Grundversorgung und HIV Aufklärung für ca. 50% der ruralen Bevölkerung. Zusätzlich stellt die Diözese mit dem Family Life Programm eine Anlaufstelle für Frauen aus gescheiterten Partnerschaften zur Verfügung. Daneben gibt es noch den eigenen Radiosender DoB FM.
Die Energiekosten sind nach den Personalkosten der 2-größte Brocken im Budget. In der Region um die Provinzhauptstadt Buka betreibt der staatliche Energieversorger „PNG POWER“ ein kleines Netz. Der Strom wird von mehreren großen Dieselgeneratoren erzeugt. Nachts, wenn es ruhiger wird auf den Straßen, hört man das dumpfe Brummen der großvolumigen Maschinen.
Den Communities außerhalb von Buka bleibt oft nur der Griff zum eigenen Generator. Kleine Benzin-Aggregate laufen klassischerweise jeden Tag von 18:00 bis 22:00 um Strom für die Beleuchtung herzustellen, sofern gerade Geld für Treibstoff vorhanden ist.
Eine von einem Benzingenerator erzeugte  kWh kostet ca. 6 Kina (1,50€). Im Vergleich dazu ist der Tarif von PNG Power mit 1,15 Kina/kWh (0,30€/kWh) noch günstig.
Zusammen mit dem Development Department der Diozese habe ich bisher die Klöster Chabai & Tsiroge, das Health Center Teroki und die Mädchenschule Brunotui besucht.
In den vergangenen Jahren wurden dort schon kleine Photovoltaik Systeme mit eigenen DC-LED-Lampen installiert. Diese sollten den Generator überflüssig machen. Leider war kaum eine Anlagen länger als 1 Jahr im Betrieb. Sabotage, Diebstahl oder Tiefentladung der Batterie durch falsches Handling sind hier als Hauptgründe aufzuzählen.
Bei jedem Besuch wurden die Anlagen begutachtet und die Ursache des Fehlers gefunden. Anschließend wurden die Kosten für eine Reparatur abgeschätzt, diese mit den Generatorkosten verglichen und die Rechnung den zuständigen Standortleitern verständlich erklärt.
Nachdem oft kein oder sehr wenig Wissen über Funktionsweise und Betrieb von Photovoltaiksystemen vorhanden war, wurden auch noch Mitarbeiter im Umgang mit dem Systemen geschult.
Nächste Woche steht der voraussichtlich letzte und längste Fieldtrip an. In 3 Tagen wird das Pastoral Center Mabiri, der Schwesternstützpunkt in Buin und eine Pfarre in der Nähe der alten Provinzhauptstadt Arawa besucht.

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Unsere SDG-Interns bei der Gala Night World Day Against Trafficking in Persons 2019

 

HOW CAN WE END HUMAN TRAFFICKING AND MODERN SLAVERY TOGETHER?

By Sina Aping & Christine Schmitz

In our first days as interns at HAART Kenya, we had the opportunity to be part of the final
preparations for the Gala Night honoring the World Day Against Trafficking in Persons 2019. We
were able to gain various insights into the collaborative work in the field of human trafficking and
to establish contact with people engaging in the anti-trafficking community in Nairobi.
The World Day Against Trafficking in Persons is celebrated annually on the 30th of July. It is a
day to reflect on the eradication of human trafficking globally. The Blue Heart Campaign started
by the United Nations Against Drugs and Organized Crimes strives to conduct campaigns
annually on a united theme. This year, the theme was on highlighting the importance of
Government action.

In Kenya, counter-trafficking stakeholders participated in a gala night in honour of the annual
World Day Against Trafficking in Persons at the Intercontinental Hotel in Nairobi. The event was
organised through Stop the Traffic- Kenya (STTK) and some of its members – Candle of Hope,
Coalition on Violence Against Women (COVAW) and Awareness Against Human Trafficking
(HAART). The main aim of the event was to bring together different stakeholders from the wide
field of fighting human trafficking and giving opportunity to network therefore adressing SDG 8.7
(eradiction of human trafficking) and SDG 17 (partnership).
The two of us were closely working together with Michelle from STTK, who was the main
organizer.

Firstly we attended a meeting, where we were introduced to the rest of the organizing team and
got a detailed overview on the upcoming event and our possibilities to support. The team was
welcoming and at the first meeting there was time for our questions, opinions and suggestions.
Ongoing our assignment was to write up and design different papers. Starting with layouting the
invitations, over helping with the concept note and writing our first press statement as well as
conducting a fact sheet about human trafficking for the guests.
On the day itself, we handed out goodie bags, registered guests and supported the main
organizers with the program execution but also had the chance to enjoy dinner and connect with
the guests.

The gala brought together representatives from different arms of the government, religious
leaders, private sector partners as well as civil society organisations (CSOs). They all were
invited to discuss, celebrate the work accomplished in the last year and to share potential points
for future collaboration. The focus was on enhancing cooperation among stakeholders with the
specific aims of encouraging more cooperation between the anti-human trafficking movement
and private sectors as well as advocating for more government support in counter-trafficking
work. Therefore, the gala dinner included different keynote speeches as well as a panel
discussion on improving cooperation among stakeholders.
The participants agreed that collaboration among stakeholders was not an option but one of the
only ways of curbing trafficking in persons. There was agreement on the need for a
multi-sectoral approach to bridge the existing gaps which include: lack of implementation of
existing laws and policies, lack of services for supporting victims of trafficking, lack of data on
human trafficking to encourage evidence-based practice and lack of coordination among
stakeholders and government.

In summary, we had an informative experience and got a wide-ranging insight in the work of the
different stakeholders fighting human trafficking. But we can also state that from our so-called
western-European influenced perspective we faced some challenges concerning event planning
and difficulties in communication. The short-term nature of being involved in the final
preparations for such an event as well as being new to the working environment of nairobi
affected our tasks.

Nevertheless we did learn a lot about how like-minded organisations as HAART collaborate in
combating human trafficking and how a gala event can be prepared and conducted locally.
When reflecting the gala afterwards the question arose if the main aim of networking was
achieved as planned. At the end of scheduled program the networking was supposed to
happen. At this time -as far as we could tell- the most of the remaining guests where those from
the CSOs, already working together.

Overall we are thankful to have been part of the organizing team of this event, as it tought us a
lot about event managment and human trafficking in east african countries.

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Moritz Compérat berichtet von seinem Infrastrukturpraktikum in Papua-Neuguinea

 

Autor: Moritz Compérat

SDG9: Infrastrukturmaßnahmen in Kiunga

Kiunga, eine 10 000 Einwohnerstarke Kleinstadt, befindet sich in der Western Province, eine der 22 Provinzen aus denen Papua-Neuguinea besteht. Sehr oft wird sie übersehen, in manchen Reiseführern wird sie schon gar nicht erwähnt. Der Hauptgrund dafür ist eine sehr späte und langsame Entwicklung. Die Provinz ist etwas größer als Österreich, weist aber eine sehr geringe Bevölkerung von 200 000 Menschen auf, die über die ganze Provinz verteilt ist. Nur die Entdeckung großer Kupfer- und Goldvorkommen im Norden, bei Tabubil, und die Möglichkeit diese in Kiunga über den Fly River abzutransportieren, haben größere Entwicklungen hervorgebracht.

Wo auch immer das Auge reicht, herrscht der Regenwald. Dies ist natürlich eine der größten Hürden zur Entwicklung der Provinz. Auf einer Fläche von 98 000 Km², soll 200 000 Menschen der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung ermöglicht werden. Straßen gibt es keine,  außer einer einzigen die die Mine in Tabubil mit dem Hafen in Kiunga verbindet. Die meisten Menschen gehen zu Fuß, oft stundenlang, bis sie, zum Beispiel, ein Gesundheitszentrum erreichen.

Unsere Partnerorganisation in Kiunga ist die katholische Diözese von Daru-Kiunga. Die Diözese ist nicht nur in Sachen des spirituellen Wohlbefindens tätig, sondern kümmert sich ebenfalls um Bildung und Gesundheit. Es gibt in der Western Province nicht viele Architekten. So ist es, das uns hier nie die Arbeit ausgeht, ganz im Gegenteil. Jedes Gebäude wird entweder von der Diözese oder externen Geldgebern finanziert. Diese verlangen genaue architektonische Pläne und Kostenschätzungen bevor sie finanzielle Mittel freigeben. Sehr wenige Menschen sind in der Lage solche Dokumente in der Western Province herzustellen, sei es aus technischen und finanziellen Gründen (Architekturprogramme sind sehr teuer) oder mangels Ausbildung.

Generell gliedert sich unsere Arbeit in drei Teile. Der Auftrag wird uns vermittelt, und in einer ersten Phase wird unterstützendes Material gesammelt. Es handelt sich die meiste Zeit um Fotos und Aufmaße. Manchmal muss man dafür ganz schön weit reisen. Letztes Wochenende bin ich zum Beispiel drei Stunden nach Tabubil, die Minenstadt, raufgefahren um dort eine größere Sporthalle zu vermessen. Der Unterschied zu anderen Teilen der Provinz war nicht zu übersehen. Wo viele Dörfer keinen Zugang zu Strom oder laufendes Wasser besitzen, ist diese Kleinstadt bestens ausgerüstet. Es gibt einen Country Club, einen Supermarkt mit  einer Fülle an Import Produkten, asphaltierte Straßen, einen Zahnarzt, ein gutes Spital und vieles mehr…

In der zweiten Phase wird die Planung unternommen. Anders wie in Österreich, ist die Einreichplanung hier oft auch gleich die Polierplanung, da die hier bevorzugte Holzbauweise sehr einfach umzusetzen ist. Um Wärmedämmung, Schneelasten und andere technische Schwierigkeiten die bei uns üblich sind brauchen wir uns hier nicht kümmern.

In der dritten Phase wird eine genaue Kostenschätzung verfasst. Mit dieser, und den Plänen, kann die Diözese dann um Finanzierungen ansuchen.

In meiner Zeit hier; habe ich an etlichen Projekten arbeiten können. Sei es die Planung eines großen Gesundheitszentrums in Bosset, das Education Office in Kiunga, eine großer Mehrzweckhalle für die St. Gabriel Schule oder die eine oder andere Kirche. Hier als Architekt zu arbeiten unterscheidet sich nicht wirklich zu Österreich. Die meiste Arbeit wird im Project Office vor einem Computerbildschirm verrichtet. Der einzig deutliche Unterschied ist die Luftfeuchtigkeit und die Palmen die man aus dem Fenster sehen kann.

Nebst meinen planerischen Tätigkeiten, ist es meine Aufgabe Sebastian, unseren Papua-Neuguinea Kollegen im Project Office, in Sachen Architekturprogrammen zu unterrichten. So wird er nach meiner Abreise ein 2D- und ein 3D- Programm beherrschen können, und mit diesen Kenntnissen die Kapazitäten des Project Offices um einiges erweitern. Dafür unterrichtet er mich in der lokalen Holzbauweise, da er davon ein umfassendes Wissen besitzt. So findet täglich ein bereichernder Wissensaustausch statt!

Natürlich sind hier manche Sachen etwas komplizierter als in Europa. Wir haben alte Computer, kein Internet und einen Drucker aus dem wir regelmäßig Geckoeier entfernen müssen damit er funktioniert. Aber wenn ich hier wirklich etwas gelernt habe, ist es das mit etwas Improvisation und Geduld im Endeffekt alles funktioniert!

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Mein Praktikum bei der Frauenrechtsorganisation FOWODE in Uganda

 

Autorin: Alice Uhl

Mein Praktikum in Kampala neigt sich dem Ende zu und ich nutze die Gelegenheit um einen Rückblick auf meine Zeit in Uganda zu werfen. Ich habe in der Frauenrechtsorganisation FOWODE – Forum for Women in Democracy gearbeitet. Mein Praktikum adressiert daher direkt SDG 5 – Geschlechtergleichheit.

Die ersten Wochen im Büro von FOWODE – Forum for Women in Democracy habe ich genutzt um die Frauenbewegung in Uganda besser zu verstehen und zu lernen wie meine Organisation arbeitet. Speziell war ich für das Programm „Women and Leadership“ zuständig. Da Frauen ökonomisch abhängig von ihren Männern sind und finanziell auf sie angewiesen sind, versucht FOWODE Frauen durch Trainings zu bekräftigen selbstständig ihr eigenes kleines Geschäft zu eröffnen. Das größte Event innerhalb dieses Programms ist das „Girls Camp“. Bei dem einwöchigen Camp werden jungen Frauen verschiedene Vorträge zu den Themen Weiterbildung und Karriere angeboten. Zusätzlich werden Workshops angeboten, in denen die Frauen erfahren, worauf es im Lebenslauf ankommt und wie sie es schaffen können in Führungspositionen zu gelangen. Das Camp findet in meiner letzten Arbeitswoche statt und ich bin sehr froh darüber, dass ich auch daran teilnehmen darf.

Ein großes Problem mit dem sich meine Organisation beschäftigt, ist Menstrual Hygiene Management. Da Menstruation leider immer noch ein großes Tabu ist und darüber nicht informiert wird, schämen sich junge Mädchen so sehr, dass sie während ihrer Menstruation nicht in die Schule gehen. Insgesamt verpassen Mädchen bis zu 20% ihrer Schulzeit aufgrund dessen. Durch die vielen Fehlstunden fällt es den Mädchen schwer in der Schule mitzuhalten und viele brechen daher vorzeitig die Schule ab. Mit der Kampagne #keepagirlinschool will FOWODE dagegen kämpfen und Beratung anbieten. Am International Youth Day haben verschiedene lokale NGOs einen Marathon an der Markerere University organisiert und wir haben die Gelegenheit genutzt um die anwesenden Leute über Menstrual Hygiene Management zu informieren. Wir haben öffentliche Diskussionen angeboten um einen offenen Raum für Fragen zu schaffen. Die Veranstaltung war sehr erfolgreich und wir haben es geschafft den Leuten das Thema nahezubringen

 

Informationsstand am International Youth Day

Natürlich darf der Spaß auch nicht zu kurz zu kommen und ich genieße in meiner Freizeit das Stadtleben in Kampala. Meine Wochenenden nutze ich zum Reisen. So konnte ich bereits Nairobi und Kigali erkunden. In meinem einwöchigen Urlaub habe ich bei einem Roadtrip die wunderschöne Natur Ugandas kennengelernt und mich direkt in das Land verliebt. Leider geht mein Aufenthalt hier schon dem Ende zu und an meinem letzten Wochenende in Uganda fahre ich mit den anderen PraktikantInnen zu dem Festival „Nyge Nyge“ in Jinja.

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Schöner Start in Nicaragua! Selin, Riccarda und Alexander berichten

AutorInnen: Riccarda Sutter, Alexander Furtner und Selin Baran

Einblicke in die Arbeit in Nicaragua

In unseren ersten Wochen im Regionalbüro von Horizont3000 in Nicaragua bekamen wir vielfältige Einblicke in die Arbeit mit den lokalen NGOs. Sowohl bei Finanzierungsprojekten, als auch bei der technischen Assistenz durften wir den Profis über die Schulter schauen.

Als Erstes begleiteten wir einen Evaluationsbesuch bei der Asociación Proyecto Mujer Mary Barreda in León. Bei dem Finanzierungsprojekt stehen das SDG 5 (Geschlechtergleichheit) und das SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) im Fokus. Speziell sollen Kinder und Jugendliche im gegenseitigen Austausch ihre Rechte und ein Bewusstsein für Umweltschutz vermittelt bekommen und vermitteln. Besonders spannend war es die Auswirkungen des Projekts auf die Teilnehmer*innen zu sehen. Die Kinder wurden zu Beginn und am Ende gebeten Selbstdarstellungen zu zeichnen. Letztere zeigten mehr Farben, mehr Beschäftigung, Bewegung und mehr Gemeinschaft. Es war schön zu sehen wie die Kinder selbst die durch das Projekt geschaffenen Perspektiven wahrnehmen.

Wir durften das Horizont3000-Team auch in den Norden des Landes nach Estelí zum  Monitoring eines EU-Projektes bei der Fundación entre Mujeres (FEM) begleiten. Im Zuge dieses Projektes werden verschiedenste Workshops für Kleinbäuerinnen abgehalten, zum Beispiel zur Administration eines kleinen Unternehmens oder zur Diversifizierung von Imkereiprodukten. Mit diesen und anderen Angeboten trägt FEM zur Erreichung des SDG 1 (keine Armut) und SDG 2 (kein Hunger) maßgeblich bei. Wir hatten dann noch die Möglichkeit eine der 21 involvierten Gemeinden zu besuchen. Dort besichtigten wir das Gemeinschaftszentrum mit zugehörigem Garten und Saatgutbank inklusive einer eigens konstruierten Vorrichtung zum Trocknen der Samen.

Dann erwartete uns ein Tag mit dem Technical Advisor Johann Mandlberger, der mit dem Netzwerk Reservas Silvestres zusammenarbeitet. Gemeinsam mit ihm besuchten wir das private Naturreservat Estancia del Congo. Dort erfuhren wir aus erster Hand wie sich Imkerei, Viehzucht, ein artenreiches Naturreservat und ein Zufluchtsort für Mantelbrüllaffen perfekt ergänzen. Nach der Führung durch die verschiedenen Stationen konnten wir unsere eigenen Vorschläge im gemeinsamen Brainstorming einbringen.

In unserer zweiten Woche nahm uns das Horizont3000-Team mit nach Waslala zur URACCAN (Universidad de las Regiones Autónomas de la Costa Caribe Nicaragüense). Dort besuchten wir ein Projekt, das  Jugendlichen aus dem Umkreis von Waslala die Möglichkeit bietet sich innovative Landwirtschaftspraktiken anzueignen, die für mehr Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit sorgen sollen. Dabei spielen strategische Allianzen, die ein Netzwerk für die Jungbäuerinnen und Jungbauern ermöglichen, eine wesentliche Rolle. Im Zusammenhang mit dem Projekt stehen das SDG 4 (hochwertige Bildung) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) im Vordergrund. Das Ziel ist es durch effizientere Techniken und erhöhte Produktivität in der Produktion von Kakao und Kaffee die Landflucht zu reduzieren. Aktuell werden 40 Gemeinschaften vom Projekt betreut.

Der letzte Tag in Waslala endete mit einem Besuch in der Lehranstalt für Kaffeeanbau, wo uns die jungen Produzent*innen von den Veränderungen in ihrer Finca berichteten. Der Großteil der Anwesenden arbeitet am Grundstück ihrer Eltern. Für viele der Jungbäuerinnen und Jungbauern ist das Zukunftsziel eines Tages ihre eigene profitable Finca zu besitzen.

(Wir wünschen ihnen auf diesem Weg viel Erfolg und alles Gute!)

Zu guter Letzt führte uns die Einschulungsphase nach Rosita, wo wir der Evaluation eines Projektes mit FADCANIC (Fundación para la Autonomía y el Desarrollo de la Costa Atlántica de Nicaragua) beiwohnten. Die NGO unterstützt die Entwicklung der Atlantikküste in unterschiedlichen Bereichen, von Bildung bis zu nachhaltiger Wasserversorgung. Das von uns besuchte Projekt arbeitet mit indigenen Gemeinschaften daran ihnen den Wasserzugang zu erleichtern. Die dem SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen) zugeschriebene Initiative koordiniert, gemeinsam mit lokalen Komitees, Workshops und stellt Ausrüstung zur Aufbereitung von Wasser zur Verfügung. Dem noch nicht genug verkosteten wir Produkte des lokalen Bauernmarktes, welcher ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt der Vergangenheit in Kooperation mit Horizont3000 ist.

Mit diesen Erfahrungen sind wir bereit in die zweite Phase des Praktikums zu starten.

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Philipp Schaubmayer

Einsatzland: Papua Neuguinea
Einsatz: Unterstützung bei Infrastrukturmaßnahmen der Diözese Daru-Kiunga

SDG: SDG 7 – Affordable And Clean Energy

Philipp ist 24 Jahre alt und macht gerade seinen Master in Maschinenbau auf der TU.
Dass sich Philipp aber nicht nur für Technik interessiert zeigt sein Engagement beim Roten Kreuz.
Dort ist er seit 7 Jahren freiwillig als Rettungssanitäter im Einsatz. 2015 war er auch Hauptberuflich in der Flüchtlingsversorgung tätig. In seiner (restlichen) Freizeit schaut sich Philipp die Welt gerne von oben an, er ist nämlich leidenschaftlicher Bergsteiger.

Was interessierst dich speziell an der Entwicklungszusammenarbeit?

Das Kennenlernen von fremden Kulturen und das von einander Lernen sowie der damit verbundene Austausch von Wissen.

Wieso hast du dich für die Stelle in Land Papua Neuguinea beworben?

Weil ich hoffe, mein technisches Wissen nicht nur anzuwenden, sondern auch etwas davon weitergeben zu können.
Zusätzlich ist Papua-Neuguinea Landschaftlich sehr anspruchsvoll und hat auch kulturell sehr viel zu bieten.

Kennst du das Land schon, wenn ja warum, wenn nein bisherige Reiseerfahrungen?

Nein.

Warum sind dir die SDG’s wichtig?

Mit den SDG’s werden Entwicklungsparameter angesprochen und klar formuliert.
Das hilft konkrete Probleme gezielt zu benennen und anschließend Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Welches SDG wird in deinem Einsatz adressiert?

SDG 7. Affordable And Clean Energy.

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