SDG-Intern Vanessa berichtet von ihrem Internship bei ERI, Uganda

SDG-Intern Vanessa berichtet von ihrem Internship bei ERI, Uganda

 

Klimawandel und SDGS in Uganda

 

von Vanessa Scheungraber

 

Im Juni 2019 hieß es nach einwöchigem Vorbereitungskurs: auf nach Kampala, um 3 Monate im HORIZONT3000 Regionalbüro East Africa im ERI-Projekt mitzuwirken.

Was ist ERI fragt ihr euch? Enabling Rural Innovation versucht FarmerInnen-Gruppen die Fähigkeiten zu geben ihren Lebensunterhalt optimal zu gestalten und zwar nach dem Motto „Farmers in the driving seat“ – selbstständig und selbstbestimmt. Das Projekt trägt somit zum SDG Ziel 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ bei (jedoch nicht nur, viele der anderen der 17 Nachhaltigkeitsziele werden ebenso angesprochen).

Die verschiedenen Module des ERI-Programms beinhalten neben nachhaltiger Landwirtschaft unter anderem auch Marktforschung, Savings und Credits, wie auch Ernährung und Hygiene. In Uganda und Tansania gibt es insgesamt 4 Partnerorganisationen, die unter HORIZONT3000 mit FarmerInnen-Gruppen im Rahmen des ERI-Projekts arbeiten. HORIZONT3000 übernimmt hierbei das Monitoring und die Evaluierung, sowie die Kommunikation mit dem HORIZONT3000-Büro in Wien. Ich habe in den 3 Monaten den Programmmanager unterstützt und viele Reports der Partnerorganisationen gelesen. Und es zeigt sich deutlich: Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Uganda haben zunehmend mit veränderten klimatischen Verhältnissen zu kämpfen. So haben im Jahr 2019 die Regenfälle im Februar eingesetzt und es wurde wie gewohnt ausgesät. Eine darauffolgende ungewöhnliche Dürre ließ jedoch alles Gepflanzte vertrocknen. Besonders tragisch, da eben oft diese Kleinbauern und Kleinbäuerinnen Subsistenzlandwirtschaft betreiben, oft ohne Ersparnisse, um solche Rückschläge gut zu verkraften. Hier unterstützen sich die Gruppenmitglieder durch Gruppenersparnisse und – Kredite, die sie im Rahmen des ERI-Programms anlegen.

Es waren sehr erkenntnisreiche drei Monate für mich, auch in dem Sinn, dass die SDGs nichts Konkretes für mich waren. Und in Wirklichkeit sind diese 17 Nachhaltigkeitsziele auch gar nicht präsent im Alltag der Menschen – genauso wenig wie bei uns. Sie dienen vor allem Organisationen dazu einer bestimmten, hoffentlich nachhaltigen Richtung zu folgen.

Und es sind nicht nur Organisationen aus dem globalen Norden, die dazu beitragen das Leben in Kampala und Uganda zu verbessern. Ich durfte die Organisation AFIRD (Agency for Integrated Rural Development) besuchen, die seit den 1990er Jahren ungenutzte Flächen auf Schulen in Gärten umgestaltet und nebenbei LehrerInnen und SchülerInnen nachhaltige Landwirtschaft beibringt – Fähigkeiten, die sie später im Leben nutzen können, um einen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. So trägt AFIRD ganz nebenbei dazu bei, das Symptom der Landflucht zu bekämpfen. Denn oft suchen junge Menschen ihr Glück in der Stadt, in der Hoffnung dort ein besseres Leben führen zu können. Häufig ist das aber ein Trugschluss – viele verdienen ihren Lebensunterhalt dann damit als BodaBoda-Fahrer zu arbeiten – ein oftmals nicht ungefährlicher und wenig lukrativer Job (BodaBodas sind Motoradtaxis – essenziell, um in Kampala während der Rushhour voranzukommen). Neben den vielen alten Autos, die aus dem globalen Norden importiert werden, tragen auch die vielen BodaBodas zu der schlechten Luftqualität in Kampala bei. Und genau da versucht ein junges Start-up eine Veränderung zu bewirken. Das „Bodawerk“ baut BodaBodas in elektrisch betriebene BodaBodas um und verleiht die dafür benötigten Batterien an verschiedenen Stellen in der Stadt. Das kostet BodaBoda-Fahrer weniger als das Benzin und trägt nebenbei zu einer verbesserten Luftqualität bei. Das Bodawerk wurde von einem Deutschen, einem Deutsch-Ugander und einem Ugander gegründet und zeigt wie auch abseits von europäischen und amerikanischen Entwicklungsorganisationen innovative und nachhaltige Entwicklung passieren kann.

Die SDGs bleiben für mich auch nach dem Praktikum ein wenig greifbares Konstrukt, das allerdings definitiv von Staaten als Orientierung für die eigene Entwicklung genutzt werden sollte – und das nicht nur im Globalen Süden.

 

No Comments

Post a Comment